Žarić Literaturübersetzungen

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vom Kroatischen ins Deutsche


 

   
Ratko Cvetnić:
Ein kurzer Ausflug - Aufzeichnungen aus dem Krieg in Kroatien

131 Seiten
Titel der kroatischen Ausgabe: Kratki izlet - Zapisi iz Domovinskog rata
Verlag: Ceres, Zagreb, 1997
ISBN 953-6108-65-8

Deutsche Ausgabe: Verlagsbuchhandlung Ulrike Sulek, Köln, 1999
ISBN 3-931869-06-7

Ein junger Mann zieht in den Krieg. Er glaubt dabei, damit seine Bürgerpflicht zu erfüllen, da seine Heimat angegriffen und besetzt wurde. "Es gibt Orte, die man nicht verlässt, und Grenzen, die nicht überschritten werden," meinte Kardinal Kuharić als er über die Moral des gläubigen Soldaten predigte und über die Tatsache, dass uns der Krieg sehr oft in Situationen bringt, die in moralischem Sinne unkonventionell sind. Je länger er jedoch in der Etappe verbringt, desto mehr wird er von Zweifeln geplagt, ob er dabei ist, die Grenzen zu überschreiten, die nicht überschritten werden dürfen, will man den Boden der Menschlichkeit nicht verlassen.

"Sie wissen selbst, in welcher Lage wir uns heute befinden. Sie wissen, dass es um unsere Existenz geht, um unser sein oder nicht sein - sowohl als Volk als auch als Staat. Und auch als Streitkräfte ...", tönte der General. Oh ja, das wissen wir! Sowohl als Kroaten als auch Staatsbürger und auch als Soldaten. Aber was ist mit unseren verängstigten Persönlichkeiten? Am Samstag führt man noch seinen Hund mitten in Zagreb auf Zrinjevac spazieren, am Montag findet man sich irgendwo in einer Bergstellung wieder, und am Freitag wird man in Stücken zurück nach Zagreb gebracht.

Der junge Soldat geht immer mehr auf kritische Distanz zur politischen Führung seines Landes, zugleich jedoch auch zum hoch gepriesenen europäischen humanistischen Gedanken, von dem er sich allein gelassen fühlt. Er merkt sehr bald, dass "ein Europa ohne Grenzen" genauso eine Utopie ist wie Afrika ohne Sand. Es hat überhaupt keine Bedeutung, ob die Grenzen sichtbar sind oder nicht, wichtig ist lediglich, dass sie als unumstritten anerkannt werden. "Europa ohne Grenzen" beinhaltet daher lediglich den Abriss innerer Trennwände - um damit die äußeren zu verstärken. Die "Berliner Mauer" wurde in Wirklichkeit nicht abgerissen, sondern ist zum Baumaterial für neue Grenzen geworden, in deren Kataster er seine Heimat ebenfalls hinein schieben möchte.

Als kroatische Streitkräfte, mehr oder weniger verdeckt, ins kriegerische Geschehen in Bosnien-Herzegowina eingreifen, ist für den Autor jene Grenze erreicht, die er zu überschreiten nicht mehr bereit ist. Er quittiert den Dienst und setzt somit bewusst seiner gerade angefangenen militärischen Kariere ein Ende.

 

Ratko Cvetnić wurde 1957 in Zagreb geboren, wo er als Berufssportler lebt und arbeitet. Diese Aufzeichnungen sind sein erstes literarisches Werk. 1998 bekam er für Ein kurzer Ausflug - Aufzeichnungen aus dem Krieg in Kroatien den bedeutendsten kroatischen Literaturpreis "Ksaver Šandor Gjalski" für das beste Buch des Jahres.

  Das Buch erregte in Kroatien hohe Aufmerksamkeit und und war von sehr geteilter Meinung begleitet. Einige verdammten den Autor als Nestbeschmutzer und beinahe Vaterlandsverräter, während ihm bei anderen hohe Anerkennung zuteil wurde, da er es wagte, auf den wunden Punkt der neueren kroatischen Geschichte zu zeigen. Das Buch wurde in Kroatien sehr bald vergriffen und erlebte bald seine zweite Auflage.

 

         
  Ivo Brešan:
Bekenntnisse eines charakterlosen Menschen

497 Seiten
Titel der kroatischen Ausgabe: Ispovijedi nekarakternog čovjeka
Verlag: Znanje, Zagreb, 1996
ISBN 953-6473-59-3

Deutsche Ausgabe: Verlagsbuchhandlung Ulrike Sulek, Köln, 1998
ISBN 3-931869-02-4

Bei diesem Roman handelt es sich um eine Persiflage aller wichtigen Ereignisse und Persönlichkeiten des gesamten 20. Jahrhunderts der kroatischen Geschichte bis zu den ersten demokratischen Wahlen in der Republik Kroatien 1990.
Romane wir diesen legt man nicht mehr aus der Hand. Das Geschehen lässt in seiner Spannung und Faszination nicht nach: brutale Gewalt der Protagonisten (Verbrecher, Kleinbürger, ideologische Fanatiker, sanfte und robuste Frauengestalten), würdevolle Aristokraten, italienische Faschisten als Okkupanten in Dalmatien, deutsche Besatzer in Zagreb, serbische Četniks, Ustaša-Anhänger, Partisanen Titos, Untergrundarbeit gegen den Faschismus, blutige Auseinandersetzungen in der jugoslawischen Diplomatie sowie im Geheimdienst, Exilkroaten.

Die Charakterlosigkeit, von der im Titel des Romans die Rede ist, und die der Held des Romans, Fabricije Viskov, geboren 1918 in einem kleinen Dorf bei Šibenik, bereits am Anfang der Geschichte sich selbst als eine Eigenschaft zuschreibt, bezieht sich natürlich nicht auf seine Verdorbenheit und Skrupellosigkeit. Die Rede ist von Fabricijes Überzeugung, der er nie entsagen wird, dass nämlich ein fester und zuverlässiger Charakter eine Fiktion sei, die der Realität niemals standhalten könne. Denn erhabene Ideale, strenge ethische Normen und Träume von einer Veränderung der Welt, und wir alle neigen dazu, an solchen Idealen festzuhalten, all das ist nach Fabricijes früher Erkenntnis nur eine bunte Mischung, die zur Täuschung der naiven Menschen bestimmt ist jener Menschen nämlich, die noch immer daran glauben, dass auch die sinnloseste Bewegung eine Veränderung bringen könne. Mit einer solchen Lebensweisheit "ausgestattet," springt Brešans Held von einem Abenteuer in das nächste und überrascht seinen Leser bei jedem dieser Sprünge aufs Neue.

Obgleich ausschließlich am eigenen Wohlergehen interessiert und völlig gleichgültig gegenüber den großen geschichtlichen Ereignissen um ihn herum, wird Fabricije immer wieder von deren Strudel erfasst. Auch er kann also der Geschichte nicht entkommen und verstrickt sich immer tiefer darin.

Fabricije Viskov ist ein unbedeutender Mensch, der große Ideen und Ideologien, die zur Verbesserung der Gesellschaft und zur Beseligung der Menschheit dienen, von denen es in dem zwanzigsten Jahrhundert nur so wimmelte, weder kennt noch anerkennt. Seine soziale Lage zwingt ihn, sich jeden Tag erneut den Herausforderungen des nackten Überlebens anzupassen, so dass aus seinem Blickwinkel die Berufung auf Ideale der Religion, der Nation oder der Klasse lediglich leeren Phrasen ähnelt. Seine reiche Erfahrung lehrt ihn sogar, dass jene, die an große Ideen blind glauben und sich fanatisch auf ihre Ideale berufen gleichzeitig bereits sind, in deren Namen sogar Verbrechen zu begehen, und die einfachen, kleinen Menschen ihrer unmittelbaren Umgebung ins Unglück zu stürzen und zu vernichten. Der Autor bringt seine Träger unterschiedlicher politischen Ideen immer wieder in Lebenssituationen, in denen offenkundig wird, dass die Ideen und Ideale, die in den Köpfen oder Büchern politischer Propheten vollkommen aussehen, in wirklichem Leben zerstörerisch wirken und die Menschen ins Unglück stürzen, anstatt sie glücklich zu machen. Daraus lässt sich schließen, dass die meisten politischen Doktrinen, die wir in diesem Jahrhundert über uns ergehen lassen mussten, auf einer reduktiven Vorstellung der menschlichen Natur beruhten, und die Mehrdimensionalität der menschlichen Bedürfnisse und Sehnsüchte nicht zu befriedigen vermochten.

Indem er seinen Helden durch unterschiedliche Abenteuer und Wendungen führt, schreibt Brešan zugleich die Geschichte eines untergegangenen Staates und macht einen Schlussstrich unter dem ausgehenden Jahrhundert. Einem Jahrhundert, das zwar einen unglaublichen technologischen Fortschritt brachte, dessen Bilanz hinsichtlich der Humanisierung der menschlichen Existenz jedoch mehr als fraglich erscheint.

 

Ivo Brešan wurde am 27. Mai 1936 in Vodice bei Šibenik geboren. An der Philosophischen Fakultät in Zagreb legte er sein Diplom ab und lehrte von 1960 - 1983 als Professor für kroatische Sprache und Literatur sowie für Philosophie am Gymnasium von Šibenik. Heute ist er künstlerischer Leiter des Theaters von Šibenik und trifft die Auswahl für das dramaturgische und literarische Programm des Internationalen Kinderfestivals.

Bisher wurden etwa 18 seiner dramaturgischen Texte aufgeführt (Aufführung von Hamlet im Dorf Unterschlammheim, 1971; Der Tod des Ratsvorsitzenden des Hausrates, 1979; Archäologische Ausgrabungen beim Dorf Dilj, 1981; Der Leibhaftige an der Philosophischen Fakultät, 1982; Julius Cäsar, 1995; Die Nisse, 1999 u.a.)

Die meisten Dramen wurden in den Büchern Groteske Komödien (1979) und Drei Dramen (1993) veröffentlicht. Brešan schrieb außerdem Drehbücher für zahlreiche Spielfilme und Fernsehserien.

In jüngster Zeit schreibt Brešan außerdem Romane. Sein erster Roman (Himmlische Vögel) erschien 1990. Der hier vorliegende Roman Bekenntnisse eines charakterlosen Menschen ist sein zweiter Roman.

 

Insoweit hat dieser Roman eine Sonderstellung in der kroatischen Literatur, da es keine ähnliche Beispiele gibt, dass es jemandem durch so lebhafte und mit Ereignissen derart reiche Erzählung gelungen ist, das komplexe Bild einer geschichtlichen Periode darzustellen und eine endgültige Bilanz des endenden Jahrhunderts ethisch zu bearbeiten.

 

         
  Franjo Tudjman:
Das historische Schicksal des Volkes

669 Seiten
Titel der kroatischen Ausgabe: Povijesna sudba naroda, izabrani tekstovi
Verlag: Školska knjiga, Zagreb, 1996
ISBN 953-0-61359-8

Deutsche Ausgabe: Heiligenhofer Studien zu Volkstumsfragen, Verlagsbuchhandlung Sulek, Bad Kissingen - Köln, 1997
ISBN 3-931869-01-6

In seiner Analyse geschichtlicher Ereignisse nimmt Tudjman bereits vieles vorweg, was seit 1989 nur von jenen als überraschende Wende empfunden wurde, die in vielen Hauptstädten Europas den Neuanforderungen der Politik nicht gewachsen waren. Die Aufsatzsammlung macht den deutschsprachigen Leser mit dem Geschichtsbild und dem Europaverständnis von Franjo Tudjman vertraut.

Es sind drei Themenbereiche, die der Autor als Geschichtswissenschaftler immer wieder aufgreift, analysiert und behandelt: Die nationale Frage Jugoslawiens, das Erwachen der Volksgruppen in Europa und die Götterdämmerung der multinationalen Staaten sowie die deutsche Frage. Als Historiker und Politikwissenschaftler äußerst er sich zu anderen nationalen Konfliktherden Südosteuropas, die noch heute, oder gerade heute besonders akut sind: zu Bosnien und Herzegowina, Mazedonien, Kosovo, Wojwodina u. a.

Seine Beschäftigung mit dem Aufbegehren der nationalen und ethnischen Minderheiten im übrigen Europa zeigt seine realistische Beurteilung der nationalen Fragen. Er nennt die Borniertheit jakobinischer und falangistischer Unitarismen und Zentralismen beim Namen und stellt fest, dass die Ursachen für Krisen und Konflikte in den meisten Fällen in der Situation einzelner Völker und Volksgruppen zu suchen sind, die ihre politische und oft auch kulturelle Selbstbestimmung nicht wahrnehmen können und sich deshalb als Minderheiten und Bürger zweiter Klasse erheblich benachteiligt fühlen.

Für den deutschsprachigen Leser sind die Aussagen über die deutsche Frage von besonderem Interesse. In einer Zeit, als im Westen noch niemand Zweifel an der Unabänderlichkeit und ewigen Gültigkeit der Beschlüsse von Jalta und damit der Teilung Europas und Deutschlands zu äußern wagte, verurteilte Tudjman Stacheldraht und Mauerbau als Schande für Europa und rechnete mit allen marxistischen Auslegungen ab, die das Weiterbestehen der deutschen Nation verneinten. Er stellte klar, dass derartige Theorien keine geschichtswissenschaftliche Grundlage haben und im deutschen Volk keine dauerhaften Wurzeln schlagen, gleichgültig, unter welchen ideologischen Formen sie erzwungen werden.

Das Nachwort zum Buch schrieb der Historiker und Professor Andjelko Mijatović, der auch die Auswahl der Texte traf. Das Namenverzeichnis und die Erklärung der verwendeten Abkürzungen wurden vom Übersetzer erstellt.

 

Dr. Franjo Tudjman
geb. 14. Mai 1922 in Veliko Trgovišće,
verstorben 10. Dezember 1999 in Zagreb.
Kroatischer Geschichtswissenschaftler und ehemaliger Präsident der Republik Kroatien.

Nach dem Sieg der Kroatischen Demokratischen Gemeinschaft (HDZ) bei den ersten demokratischen Wahlen, wurde Tudjman am 30. Mai 1990 im kroatischen Parlament zum Präsidenten des Präsidiums der damals noch Sozialistischen Republik Kroatien gewählt. Nach der Verabschiedung der neuen demokratischen Verfassung der Republik Kroatien am 22. Dezember 1990 wurde er in den direkten Präsidentschaftswahlen im Oktober 1992 erneut zum Präsidenten des kroatischen Staates gewählt. Ab 1997 lief Tudjmans zweite Amtszeit als Präsident der Republik Kroatien. Am 10.12.1999 ist Franjo Tudjman im Alter von 77 Jahren nach langer Krebskrankheit gestorben.

     

 

   
  Mato Draguljić:
Todesschreie aus Vernichtungslagern in Bosnien
Ein Erlebnisbericht

173 Seiten
Titel des kroatischen Manuskripts: Samrtni krici iz srpskih logora smrti u Bosni

Deutsche Ausgabe: Verlagsbuchhandlung Ulrike Sulek, Köln, 1999
ISBN 3-931869-05-9

Wessen Heer ist es, das Tage und Nächte durch die Straßen unseres kleinen und ansonsten so ruhigen Ortes zieht? Unüberschaubare Kolonne von Kampfpanzern und gepanzerten Mannschaftstransportern. Die LKWs voller betrunkener Soldaten. Tage und Nächte wechseln sich ab, während die Kolonne in Richtung Stadt weiterzieht und kein Ende zu haben scheint. Die tief fliegenden Kampfflugzeuge vervollständigen mit ihrem ohrenbetäubenden Dröhnen das allgemeine Schreckbild, das den Einwohnern das Blut in Adern erstarren lässt. Noch fragte sich der junge Lehrer an jenem 22. Mai 92 verwundert und unentschlossen, was er zu tun hätte, doch bald wurden seine Fragen überflüssig. Andere bestimmten über sein Schicksal.

Oft, zu oft entschied lediglich Zufall, wer aus der Hölle vieler Lager, die der junge Lehrer Draguljić gegen seinen Willen kennen lernen musste, mit dem Leben davonkommen sollte. Und es waren wenige, sehr wenige. Weil er sich vielen, die sein Glück nicht hatten, verpflichtet fühlte, und weil er in persönlichen Gesprächen versprochen hatte, wenn er einmal die Freiheit wieder erlangen sollte, die Wahrheit über diese Hölle bekannt zu geben, schrieb Mato Draguljić diese erschütternde Berichte auf, nicht aus Rache, sondern als Mahnung, dass etwas derartiges nie wieder geschehen möge. Die geschilderten Ereignisse sind dermaßen erschütternd, dass man an deren Glaubwürdigkeit allzu gerne zweifeln möchte, und sie sind doch wahr und fast dokumentarisch wiedergegeben.

In Matos Schilderungen begegnen wir einigen der bereits verurteilten Kriegsverbrecher, aber auch Soldaten und Wachposten der gegnerischen Seite, die es selbst unter großer Gefahr um eigene Sicherheit nicht versäumt haben, den Mitmenschen soweit möglich ihr Schicksal zu erleichtern.

Besonders erschütternd sind die ständigen Wechselbäder zwischen Hoffen und Bangen, zwischen Hoffnung auf einen baldigen Austausch und Verzweiflung, dass dieses lediglich für immer ein Wunschtraum bleiben würde.

 

Mato Draguljić ist am 21.03.1960 in Vrbanjci bei Kotor Varoš/Bosnien-Herzegowina geboren. Nach Abschluss der Grundschule verlässt er seine Heimat und zieht nach Kroatien.

In Rijeka (Kroatien) absolviert Draguljić die Realschule und beginnt 1981 an der Pädagogischen Fakultät der Universität in Rijeka sein Studium der Pädagogik. In dieser Zeit betätigt er sich als Redaktionsmitglied der Studentenzeitschrift "Val" ("Die Welle").

1986 beendet Draguljić sein Studium mit Diplomabschluss eines Pädagogiklehrers, gründet 1987 Familie und arbeitet unbehelligt an der Schule bis zur Aggression auf Bosnien-Herzegowina.

1992 wird er gefangengenommen und in Konzentrationslagern Keraterm, Omarska, Manjača, Knin, Batković, Kamenica festgehalten.

Durch glückliche Umstände überlebt er die Lager und wird am 18.07.1993 in Livno ausgetauscht. Im selben Jahr zieht er mit seiner Familie nach Deutschland, wo er gleich wegen Folgen schwerer Misshandlungen in Konzentrationslagern operiert wird, wodurch eine schwere Invalidität vermieden werden konnte.

     

 

   
  Hrvoje Kačić:
Mit der Wahrheit in die Welt

Titel der kroatischen Ausgabe:
U službi domovine – Croatia rediviva

Deutsche Ausgabe: Volksbund der Deutschen Kroatiens – Narodni Savez Nijemaca Hrvatske

Verlag „Tonimir“, Varaždinske Toplice; Auflage „Humanitas“, 2006
ISBN 953-7069-37-7 (Tonimir)

 

Wenn es sich um irgendein Buch, Dokument, Darstellung o. a., welche das Sterben und den Tod von Ex-Jugoslawien und gleichzeitig die Auferstehung von Kroatien berühren, handelt, dann ist das Buch von Hrvoje Kačić sicherlich eine der kompetentesten und objektivsten Darstellungen dieser Ereignisse aus der ersten Hand, was für einen Leser am wertvollsten ist. Der Autor beschreibt die Abläufe an denen er selber teilgenommen hat oder zumindest räumlich und zeitlich sehr nahe war. Er sieht und beobachtet die Akteure dieser Ereignisse aus unmittelbarer Nähe, erlebt sie, beurteilt ihre Vorhaben und Handlungen. Der Autor erkundet nicht die weite Vergangenheit, er stellt vor, was er selber gesehen und gehört hat. Durch eine sozusagen Gerichtssprache gesagt, er ist Zeuge „eigener Wahrnehmung“ und nicht aus zweiter Hand. Die Darstellung von Kačić gehört in die gegenwärtige Geschichtsinterpretation. Es handelt sich in der Tat um Vergangenheit, aber um eine ziemlich frische, welche Historikern unter Begriffen „contemporary history“ und „Zeitgeschichte“ verständig ist.

Die Lektüre dieses Buches weckt viele Erinnerungen an die Zeit der Auflösung Jugoslawiens und an den Kampf der Teilrepubliken um ihre Selbstbestimmung. Europa gab sich damals, nachdem die Berliner Mauer und der Eiserne Vorhang gefallen waren und die Sowjetunion sich ohne Blutvergießen aufgelöst hatte, der trügerischen Hoffnung hin, dass die Zeit der gewalttätigen Auseinandersetzungen auf unserem Kontinent für immer zu Ende gegangen war. Das erklärt manche Reaktionen der europäischen Politik in dem damaligen blutigen Konflikt, und das wurde in diesem Buch besonders beleuchtet und zum Ausdruck gebracht.

 

Hrvoje Kačić wurde am 13. Januar 1932 in Dubrovnik geboren. 1951 absolvierte er Abitur an der Akademie der Handelsmarine und im selben Jahr erwarb er sein Abschlusszeugnis am Dubrovniker Gymnasium. Er studierte Rechtswissenschaften in Zagreb und Sarajevo und schloss 1956 sein Studium an der juristischen Fakultät der Universität in Zagreb mit dem Diplom ab.

Als Mitglied vieler internationaler Organisationen nahm er an zahlreichen Konferenzen der UNO und verschiedenen diplomatischen Konferenzen teil.

Im September und Oktober 1991 vertrat er Kroatien bei der Haager Konferenz über das ehemalige Jugoslawien unter der Schirmherrschaft der EG. Er leitete die Delegation des kroatischen Parlaments hei der Sitzung des Europaparlaments, bei den Sitzungen der Parlamentarier der Mitteleuropäischen Initiative und der NATO Staaten. Vom Januar 1994 bis Juli 2001 war er ehrenamtlich als Präsident der Staatlichen Kommission der kroatischen Regierung für Grenzfragen tätig.

Hrvoje Kačić war nie Mitglied einer politischen Partei.

 
             
 

Hrsg. Werner Weidenfeld
Verlag Nomos, 2013
238 Seiten
ISBN-10: 3848700654
ISBN-13: 978-3848700653

Titel der kroatischen Ausgabe: Zaboravljena istina - O stvaranju hrvatske države i počecima diplomacije
Verlag: Profil Multimedija Zagreb, 2011
ISBN 978-953-319-333-5

Dieses Buch offenbart uns ein außerordentlich bedeutendes und bisher lediglich mangelhaft behandeltes Thema aus der Anfangszeit der Erschaffung eines souveränen und unabhängigen kroatischen Staates und den Anfängen seiner Diplomatie. Zahlreiche und der Öffentlichkeit bisher nicht bekannte Dokumente und Zeugnisse, die in diesem Buch enthalten sind, präsentieren glaubhaft und unmittelbar unbekannte kroatische Realitäten aus den ersten Jahren des Unabhängigkeitskampfes. Es ist ein persönliches Zeugnis für jene Leser, die besser und näher die Zeit des Ringens um das höchste kroatische politische Ziel, die Erschaffung eines eigenen unabhängigen Staates und der eigenen Diplomatie, kennen lernen möchten. Die Bedeutung dieses Buches liegt darin, dass es unmittelbar eine ganze Reihe bisheriger Vorstellungen und Annahmen richtig stellt, die aus vielerlei Gründen der breiten Öffentlichkeit bisher nicht objektiv dargestellt wurden. Das Buch verfolgt dabei das Ziel, der Öffentlichkeit das zeitliche und gesellschaftliche Umfeld und die Geschehnisse darzustellen, die dazu geführt haben, dass auf dem Gebiet des ehemaligen Staates einige politischer Gebilde verschwanden und andere wiederum erschaffen wurden, und was in diesem Zusammenhang für den Autor von besonderer Bedeutung ist, dass dabei ein unabhängiges Kroatien gegründet wurde. Šimeks Buch trägt dazu bei, die Wahrheit über die mühselige Errichtung des kroatischen Staates unter besonders schwierigen Umständen zu erleuchten, unter denen die Menschen mit Vernunft, aber auch mit dem Herzen und patriotischen Gefühlen, ja sogar der gesamten Lebenseinstellung reagieren. Von Anfang an wurde der politische Standpunkt akzeptiert, dass die Millionen Exilkroaten aktiv an dem von Tuđman proklamierten gesamten Programm der Einheit der heimatlichen und Exilkroaten zur Erschaffung eines freien Kroatien beteiligt werden sollten. So leistete die zahlreiche kroatische Diaspora einen unersetzlichen nationalen, politischen und materiellen Beitrag zur Erschaffung des kroatischen Staates. Genau in diesen kritischen Momenten stellte sich dieses große Menschenpotential – Freiwillige des vaterländischen Krieges, politische Lobbyisten, kroatische Vereine, katholische Missionen und viele andere Einzelpersonen – auf die Seite der Kämpfer für ein unabhängiges Kroatien. Über all das lesen wir im Buch von Dr. Ivan Šimek „Die vergessene Wahrheit über Kroatien - Deutscher Einfluss auf die Staatsgründung und Errichtung der Diplomatie“.le andere Einzelpersonen – auf die Seite der Kämpfer für ein unabhängiges Kroatien. Über all das lesen wir im Buch von Dr. Ivan Šimek „Die vergessene Wahrheit über Kroatien - Deutscher Einfluss auf die Staatsgründung und Errichtung der Diplomatie“.
(Aus dem Vorwort von Dr. Franjo Gregurić)

„Heute, zwanzig Jahre nach dem Beginn der Erschaffung des kroatischen Staates fragen mich meine Freunde, ob ich mich wieder auf gleiche Art und Weise und mit dem gleichen Elan an der Erschaffung des Staates beteiligt hätte. Ich muss gestehen, dass ich ein wenig enttäuscht bin, wenn ich Menschen auf verantwortungsvollen Funktionen sehe, wie wenig Verständnis sie für die Veteranen, Arbeiter, Bauern und Emigranten haben, für alle jene, die diesen Staat erschaffen haben. Und trotzdem bin ich mir in einem ganz sicher: Eine solche Lebenschance und Gelegenheit, persönlich an der Erschaffung des kroatischen Staates beteiligt sein zu können, würde ich bestimmt nicht versäumen und würde das gleiche tun, was ich in den 1990er Jahren 

Dr. Ivan Šimek wurde am 29. Juli 1948 in Adamovec bei Zagreb geboren. Die Grundschule besuchte er in Adamovec, das Gymnasium in Zagreb und 1976 diplomierte er an der Fakultät für Außenhandel in Zagreb. Den Magistergrad erreichte er 1980 an der Fakultät für Außenhandel in Zagreb und promovierte 1987 an der Ökonomischen Fakultät in Zagreb. Er schrieb eine ganze Reihe wissenschaftlicher Facharbeiten, Abhandlungen und Management-Bücher. Nach Mehrparteienwahlen wurde er 1990 zum stellvertretenden Minister im Ministerium für Auswandererangelegenheiten ernannt. 1993 wechselte er auf den Posten des Mitarbeiters des Ministers im Ministerium für Tourismus, wo er für den Bereich internationale Beziehungen und ausländische Investitionen verantwortlich war. Von 1994 bis 2000 war er Generalkonsul der Republik Kroatien im Freistaat Bayern. Er war Gastlehrer an der Diplomatenakademie im kroatischen Außenministerium für die Fächer öffentliche, wirtschaftliche und kulturelle Diplomatie, und 2002 wurde er Direktor der Agentur European Projects GmbH in München, einer Agentur zur Förderung von Recht, Wirtschaft und Kultur in Europa, sowie Vertragspartner der Firma Roland Berger Strategy Consultants. Nachdem er 1994 in die Diplomatie ging, war er nicht mehr in der Parteipolitik aktiv.

             
  Dr. Tomislav Ivančić:
Hagiotherapie in Begegnung mit dem Menschen - anthropologische Medizin

420+6 Seiten
Titel der kroatischen Ausgabe: Hagioterapija u susretu s čovjekom. Antropološka medicina
Verlag: Teovizija, Zagreb, 2011

Deutsche Ausgabe:
Lit Verlag Berlin-Münster-Wien-Zürich-London, 2015
ISBN 978-3-643-12954-3

Hagiotherapie ist eine Neuheit sowohl auf dem wissenschaftlichen als auch auf medizinischem Gebiet. Deshalb ist sie auf freiwilliger Basis geblieben. Es wird noch nicht eingesehen, dass sie tatsächlich unglaubliche Einsparungen im Gesundheitswesen, aber auch Erleichterungen im Leiden der Patienten bringt. Noch weniger ist es der Öffentlichkeit bewusst, dass Hagiotherapie eine revolutionäre Wende im Gesundheitswesen schafft. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass 60-70 % der Krankheiten ihre Ursache auf der Ebene der Geistseele haben. Das bedeutet, dass durch die Heilung der Traumata und der Krankheiten der Geistseele ermöglicht wird, siebzig von hundert Krankheiten auf psychophysischer Ebene vollständig zu heilen.

Die Welt hat sich über die Nachricht von der so genannten Epigenetik besonders aufgeregt. Das ist die Entdeckung, dass unser Leben nicht von Merkmalen in unseren Genen abhängt, sondern von unseren Merkmalen, die wir in die Gene einlassen. Es ist endlich wissenschaftlich klar, dass der Mensch eine freie und verantwortliche Persönlichkeit ist, und dass keine mechanische Gesetze, genetische Merkmale, eine Entscheidung unseres Schöpfers, das Schicksal oder irgendwelche Verdammung über uns entscheiden, sondern unsere freie Entscheidung für das Humane, Gute und Ewige. Der Schöpfer überließ den Menschen dem Schicksal seiner eigenen, menschlichen Freiheit. Sie ist die höchste menschliche Tugend und Fähigkeit.

Hagiotherapie erforscht die menschliche Geistseele und ihre Gesundheit. Die wissenschaftliche Grunddisziplin, der sie sich bei ihrer Erforschung bedient, ist die Anthropologie, und zwar insbesondere philosophische Anthropologie. Das Objekt ihrer Erforschung, die geistige oder unsterbliche Seele, wie sie bereits die griechischen Philosophen, insbesondere Aristoteles, und auch die neuesten Theologen und Philosophen genannt haben, befindet sich im menschlichen Wesen zwischen der Psyche und der Religiosität. Die wissenschaftliche Disziplin jedoch, mit der die Hagiotherapie die Geistseele erforscht, ist zwischen den wissenschaftlichen Disziplinen Psychologie einerseits und Religionswissenschaft, beziehungsweise Theologie andererseits angesiedelt. Als therapeutische Praxis wirkt die Hagiotherapie schließlich zwischen der Psychiatrie und Psychotherapie einerseits und der kirchlichen Seelsorge andererseits.

Wissenschaftliche Grundlagen, auf denen Hagiotherapie aufgebaut wird, sind die Daten, die durch Erforschung der Gesetzmäßigkeiten der menschlichen Geistseele und der Gesetzmäßigkeiten des Geistes gewonnen werden. So wie die physikalischen, existieren auch die geistigen Gesetze. Wir befinden uns in einer Welt des Guten und des Bösen. Das Böse ist die Zerstörung der Existenz, es ist eine Handlung gegen die natürlichen Gesetze in und außerhalb von uns. Wenn wir uns nicht an die Gesetze halten, werden wir das Funktionieren der Technik unmöglich machen, die Gesellschaft zerstören, die biologische Welt vernichten und die Krankheiten und den Tod über uns bringen. Wenn wir die Verkehrsregeln nicht beachten, kommen wir ums Leben. Wenn wir die Regeln und die Gesetze der geistigen Ebene des eigenen Wesens nicht befolgen, werden wir vielfältig erkranken. Die Hagiotherapie erforscht daher, was die Gesetze der menschlichen Geistseele sind, auf welche Art und Weise sie meistens „krank wird“, wie der Mensch wieder zur Gesundheit seiner Geistseele geführt werden kann.

Das Buch hat zunächst einen wissenschaftlichen, auf wissenschaftlichen Ergebnissen gegründeten Teil. Es bietet die Möglichkeit, die Wissenschaftler in ihren originalen Schriften zu lesen. Es ermöglicht ferner die geistige Dimension und Therapieanwendung meditativ zu erleben. Es erfordert Nachdenken, einen kritischen Bezug, eine eigene Überzeugung und Erfahrung. Es bietet auch zahlreiche Zeugnisse von Menschen, denen die Hagiotherapie besonders geholfen hat, oder die viel darüber nachgedacht und nach Antworten auf viele Fragen gesucht haben. Am Ende bietet es ein umfangreiches Literaturverzeichnis für jedes Kapitel des Buches und ermöglicht dadurch die eigene kritische Entwicklung und Wachstum.

(Aus dem Vorwort des Buches)

 

Dr. Tomislav Ivančić, geboren am 30.11.1938 in Davor, Kroatien, studierte an der Philosophischen und Theologischen Fakultät der päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Er war lange Jahre Träger des Lehrstuhls für Fundamentaltheologie an der Theologischen Fakultät in Zagreb, an der er drei Jahre Dechant war. Er forschte interdisziplinär, wie auf geschichtlichem, so auch auf dem naturwissenschaftlichen, medizinischen und biomedizinischen Gebiet, und interessierte sich insbesondere für Fragen der Anthropologie, geistigen Pathologie und therapeutischen Theologie. 2001 wurde er Rektor der Zagreber Universität. Bisher veröffentlichte er 24 wissenschaftliche und 50 Fachbücher, 80 wissenschaftliche Artikel, die in wissenschaftlichen Zeitschriften mit internationalen Rezensionen und in Sammelbändern von Wissenschaftssymposien veröffentlicht wurden, 325 Fachartikel, etwa 150 Rezensionen und über hundert verschiedene Berichte. Sein schriftstellerisches Opus umfasst mehr als 600 veröffentlichte Einheiten wissenschaftlichen, fachlichen, geistlichen und theologisch-praktischen Inhalts. Über seine Bücher wurden zahlreiche Rezensionen geschrieben, und Referenzen auf seine Bücher befinden sich in zahlreichen wissenschaftlichen und Facharbeiten in der Heimat und im Ausland. Viele seiner Bücher wurden ins Deutsche und andere Sprachen übersetzt, manche in 12 Sprachen. Er lebt in Zagreb.

             
  Dr. Tomislav Ivančić:
Wenn Gott stirbt

Titel der kroatischen Ausgabe: Ako Bog umre
Verlag: Teovizija Zagreb 2008
ISBN 978-9-532-09164-9

Grundlegende antropologische, philosophische und theologische Fragen werden heute vordringlich aktuell. Wer ist der Mensch, in welcher Welt lebt er, wem gehört die Natur, erreicht der Mensch mit seinen zahlreichen geistigen Fühlern Gottes Anwesenheit, welche Zukunft hat die Welt, was ist mit der Geschichte der Menschheit, wo und wie fing alles an, warum verfügt der Mensch nicht über sich selbst, warum bestimmt er nicht selber sein eigenes Schicksal, warum Katastrophen und Krankheiten und selbst der Tod ihn so tragisch in den Schatten stellen? Eine endlose Reihe von Fragen. Wo und wie findet man eine Antwort darauf?
In den Texten dieses Buches wird versucht, eine Antwort darauf zu geben.

(Aus dem Vorwort des Buches)

 

Dr. Tomislav Ivančić, geboren am 30.11.1938 in Davor, Kroatien, studierte an der Philosophischen und Theologischen Fakultät der päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Er war lange Jahre Träger des Lehrstuhls für Fundamentaltheologie an der Theologischen Fakultät in Zagreb, an der er drei Jahre Dechant war. Er forschte interdisziplinär, wie auf geschichtlichem, so auch auf dem naturwissenschaftlichen, medizinischen und biomedizinischen Gebiet, und interessierte sich insbesondere für Fragen der Anthropologie, geistigen Pathologie und therapeutischen Theologie. 2001 wurde er Rektor der Zagreber Universität. Bisher veröffentlichte er 24 wissenschaftliche und 50 Fachbücher, 80 wissenschaftliche Artikel, die in wissenschaftlichen Zeitschriften mit internationalen Rezensionen und in Sammelbändern von Wissenschaftssymposien veröffentlicht wurden, 325 Fachartikel, etwa 150 Rezensionen und über hundert verschiedene Berichte. Sein schriftstellerisches Opus umfasst mehr als 600 veröffentlichte Einheiten wissenschaftlichen, fachlichen, geistlichen und theologisch-praktischen Inhalts. Über seine Bücher wurden zahlreiche Rezensionen geschrieben, und Referenzen auf seine Bücher befinden sich in zahlreichen wissenschaftlichen und Facharbeiten in der Heimat und im Ausland. Viele seiner Bücher wurden ins Deutsche und andere Sprachen übersetzt, manche in 12 Sprachen. Er lebt in Zagreb.

             
  Dr. Tomislav Ivančić:
Mit dem Geist für eine bessere  Welt

420+6 Seiten
Titel der kroatischen Ausgabe: Duhom za bolji svijet
Teovizija Zagreb 2010
ISBN 978-953-209-201-1

Das Schicksal von großen und schicksalhaften Fragen ist, dass die Antworten darauf erst nach Jahren mühsamer und sinnloser Meinungsunterschiede und Lebensirrtümer ihren Weg in die Praxis finden und zum Lebensinhalt von Menschen werden. Zweifellos ist die Frage der menschlichen geistigen Dimension und des Heiligen Geistes von entscheidender Bedeutung für die Zukunft der Menschheit und der Kirche. Und doch, erst jetzt haben sich die Wissenschaftler dazu entschlossen, den menschlichen Geist zu erforschen, während die Erfahrung des Heiligen Geistes noch immer auf der Warteliste steht. Naturwissenschaftler waren der Auffassung, dass mit wissenschaftlichen Methoden menschlicher Geist nicht zu ergründen sei, während Theologen der Meinung waren, über Heiligen Geist bereits alles zu wissen. Deshalb leidet die Welt unter Ängsten, Kriegen, Missverständnissen und Unwissenheit über die Grundlagen des Lebens und des Menschen. Ich hoffe, dass Wissenschaftler und Forscher nach der Wahrheit über den Menschen in diesem Werk die Kraft finden, noch entschiedener an die Erforschung der menschlichen geistigen Dimension heranzugehen, und dass sie dabei entdecken werden, dass es möglich sei, dem Menschen in ihr, dieser geistigen Dimension zu helfen, frei, friedfertig, gutmütig, moralisch und sinnvoll zu sein, und dass es unmöglich sei, menschliche geistige Dimension zu erforschen, ohne in jedem Detail ihrer Ergebnisse die Wirklichkeit Gottes, des Schöpfers des Himmels und der Erde, den besten Freund des Menschen und seinen sicheren Befreier vom Bösen und von Leiden zu finden. Die Erforschung der menschlichen geistigen Dimension erfordert heute eine besondere Anstrengung der Wissenschaft und stellt die letzte Revolution der Menschheit dar, in der endlich die Wahrheit über den Menschen in ihrer ganzen ganzheitlichen Wirklichkeit aufleuchten sollte. Das Buch hat zwei Teile, einen wissenschaftlichen und einen fachlichen Teil. Der erste Teil beginnt mit der Frage der grundlegenden Glaubenserfahrung und der Fähigkeit des Menschen, auf Geistesebene seinem Schöpfer zu begegnen. Danach folgt die Frage über das Böse in der Welt und über die Gefährdung des Menschen durch die Mächte des Bösen. Der nächste Schritt ist die Erkenntnis, dass wir dem Bösen, der Krankheit, dem Leiden und dem Tod nicht auf Gnade oder Ungnade ausgeliefert sind, sondern dass in uns und unter uns die Geschichte der Erlösung der Menschheit stattfindet. Der Heilige Geist ist der Kirche geschickt worden, um in ihr Gottes Reich zu errichten. Das Wirken des Heiligen und des menschlichen Geistes ist sichtbar und wirklich und offenbart sich insbesondere in Charismen zum Dienen der Kirche und der Welt, da er vom Bösen befreit und ins Leben führt. Der zweite Teil zeigt, wie der Mensch sich mit dem Heiligen Geist befreunden kann, wie er sich mit seiner Macht bekleiden und in die ganze Wahrheit über sich, die Welt und die Zukunft eintreten kann.

(Aus dem Vorwort des Buches)

 

Dr. Tomislav Ivančić, geboren am 30.11.1938 in Davor, Kroatien, studierte an der Philosophischen und Theologischen Fakultät der päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Er war lange Jahre Träger des Lehrstuhls für Fundamentaltheologie an der Theologischen Fakultät in Zagreb, an der er drei Jahre Dechant war. Er forschte interdisziplinär, wie auf geschichtlichem, so auch auf dem naturwissenschaftlichen, medizinischen und biomedizinischen Gebiet, und interessierte sich insbesondere für Fragen der Anthropologie, geistigen Pathologie und therapeutischen Theologie. 2001 wurde er Rektor der Zagreber Universität. Bisher veröffentlichte er 24 wissenschaftliche und 50 Fachbücher, 80 wissenschaftliche Artikel, die in wissenschaftlichen Zeitschriften mit internationalen Rezensionen und in Sammelbändern von Wissenschaftssymposien veröffentlicht wurden, 325 Fachartikel, etwa 150 Rezensionen und über hundert verschiedene Berichte. Sein schriftstellerisches Opus umfasst mehr als 600 veröffentlichte Einheiten wissenschaftlichen, fachlichen, geistlichen und theologisch-praktischen Inhalts. Über seine Bücher wurden zahlreiche Rezensionen geschrieben, und Referenzen auf seine Bücher befinden sich in zahlreichen wissenschaftlichen und Facharbeiten in der Heimat und im Ausland. Viele seiner Bücher wurden ins Deutsche und andere Sprachen übersetzt, manche in 12 Sprachen. Er lebt in Zagreb.

         
  Vjekoslav Tomašić:
Istriens Requiem

247 Seiten
Titel der kroatischen Ausgabe: Istarski requiem
Verlag: Ceres, Zagreb, 1997
ISBN 953-6108-63-1

 

Ein Zug fährt von Zagreb in Richtung Istrien ab. In einer Woche erwacht ein ganzes Jahrhundert, die verflochtenen menschlichen Schicksale, zwei Liebesbeziehungen.

Durch den Tod seines Vaters angeregt, lässt der Autor sein Leben, das Leben seiner Vorfahren in Istrien und das Leben ganz Istriens in einer eindrucksvollen Abfolge vom menschlichen Zusammenhalt und von Tragödien, die über die familiären Bande hinaus eine ganze Gegend treffen,  Revue passieren. Seine schwere Jugend voller Entbehrungen, die Erzählungen seiner Eltern und anderer Familienangehörigen über geschichtliche Wirren und Abfolgen fremder Herrschaft in Istrien, Fragmente aus einem alten Gebetbuch, insbesondere Inschriften in Kirchen und auf Friedhöfen, wecken schöne und leidvolle Erinnerungen und lassen ganz Istrien in ein Ganzes verschmelzen, in dem zuletzt ein Abschied von der mit Schweiß, Tränen und Blut getränkten roten Erde Istriens gar kein Abschied sein kann, denn Istrien lebt in Menschen, selbst wenn sie ihm den Rücken kehren und es für immer zu verlassen glauben. Und doch scheint das traditionelle Istrien unwiderruflich in sein eigenes Requiem eingestimmt zu haben.

Es gibt nur sehr wenige istrische Intellektuelle, denen es gelungen ist, mit derart viel seelischer Sensibilität und mit derart eigentümlicher Erkenntnis und aufrichtiger Selbstanalyse die ethnokulturelle Zusammenhänge zu erkennen, die geschichtliche Abgründe und Kataklysmen mit persönlichen Dramen derer verbinden, die die Folgen der Geschichte auf diesem Raum erleben mussten.

Vjekoslav Tomašić ist in seinem Roman Zeitzeuge und gleichzeitig ein sentimentaler Betrachter der tiefsten und intimsten Familiengeschichten, ein unerbittlicher Kommentator geschichtlicher Ereignisse und ein kritischer Bewerter des Unrechts, das zwischen den beiden Weltkriegen, während des Zweiten Weltkriegs und in Zeiten der faschistischen und kommunistischen Herrschaft das kroatische nationale und kulturelle Wesen in Istrien erdulden musste.

Tomašić dokumentiert, er ist sachlich glaubwürdig, zugleich jedoch literarisch und in seinem Bestreben, seine Thesen literarisch universal zu machen, leicht lesbar. Wahrscheinlich behält er Recht, wenn er meint, dass "trockene" Lamentationen die Kraft der Authentizität verlieren: ewig ist, natürlich, nur die Poesie, auf die er immer wieder zurückgreift, wenn er sich vom schweren Schicksal lösen möchte.

 

Vjekoslav Tomašić wurde 1942 in Zagreb geboren. Seine Vorfahren kommen aus Istrien. Tomašić ist in Kroatien ein bekannter Name auf wirtschaftlichem Gebiet und zur Zeit kroatischer Konsul in Trieste (Italien).

Istriens Requiem ist sein erster Roman.

         
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  Alenka Mirković:
91,6 MHz - Mit der Stimme gegen Kanonen
Erlebnisbericht

295 Seiten
Titel der kroatischen Ausgabe: 91,6 MHz - glasom protiv topova
Verlag: Algoritam, Zagreb, 1997
ISBN 953-6166-41-0

Eine durchschnittliche junge Lehrerin an einer Vukovarer Schule, unbekümmert und sorglos, die sich über den nahenden Frühling freut und keine weltbewegenden Gedanken im Kopf hat, versteht die Welt nicht mehr. Völlig unvermittelt, unerwartet und ungewollt findet sie sich plötzlich in einem furchtbaren Krieg wieder, in dem sie Herausforderungen ausgesetzt wird, denen sie sich nicht gewachsen fühlt. Sie kann dagegen nichts unternehmen, nichts dagegen einsetzen - außer ihre Stimme in einem Lokalsender, der sehr bald an Bedeutung gewinnt. Ein Krieg mit ungleichen Waffen, der nicht zu gewinnen ist.

In diesem Roman, der eigentlich ein Erlebnisbericht ist, spürt man förmlich das Knistern der herannahenden Katastrophe, eines Auseinanderfallens eines staatlichen Gebildes, das nur die Naiven und Unbekümmerten, wie die Autorin war, als gegeben und ewig betrachtet hatten. Sie lebte in einer multinationalen und multikulturellen Stadt, in der die Betonung der nationalen Besonderheiten schon immer eine Einleitung zum Unglück war, und sie mochte diese Stadt mit ihrer Vielfalt an Menschen, Kulturen, Überlieferungen. Gelegentliche Mahnungen und Erinnerungen ihrer Lebens erfahrenen Tante tat sie als bedeutungslose Nörgeleien einer älteren Dame ab, die sich mit Errungenschaften neuerer Zeit nicht abzufinden bereit war. Das sich nähernde nationalistische Grollen überhörte sie und machte sich zunächst darüber lustig, da sie doch selbst eine Serbin als beste Freundin zu haben glaubte. Sie übersah viele, scheinbar unbedeutende, Ereignisse in ihrer Umgebung, und um so mehr wurde sie von plötzlichem Kriegsausbruch überrascht und betroffen. Ohne es zu wollen, findet sie sich plötzlich in einem blutigem Ringen wider, dem sie nicht entkommen kann. Sie selbst wird genauso zum Opfer, wie die von ihr geliebte Stadt, die tagtäglich in Schutt und Asche verwandelt wird.

Dieser Roman ist kein Heldenepos, er ist voller panischer Angst, in ihm werden selbst Helden kleine, durch Angst in ihrer Handlung gelähmte Menschen. Sie alle führen ein jämmerliches Dasein, schämen sich ihrer selbst, ihres Aussehens, ihres Gestanks und ihres Egoismus. Aus dieser hoffnungslosen Situation erheben sich Stimmen derer, die noch an Gerechtigkeit glauben. Ihre Stimmen werden lauter und es gelingt ihnen, das Trommelfeuer unzähliger Kanonen und Kampfpanzer zu übertönen. Einige Lehrer und Zeitungsreporter erheben im umzingelten und dem Tode geweihten Vukovar ihre Stimmen gegen die Barbarei, die die ehrwürdige Geschichte einer Kleinstadt, die als kleine Perle der barocken Baukunst in Europa bekannt war, auszulöschen droht. Ihr Sender wird immer wieder angepeilt und beschossen, genauso wie das Krankenhaus oder die einzige noch zugängliche Wasserstelle in der Stadt. Schließlich verstummt auch diese letzte Stimme der Vernunft, und die Protagonisten versuchen in der letzten Nacht vor dem endgültigen Fall der Stadt einen Ausbruch.

 

Alenka Mirković-Nađ, Journalistin des legendären Teams der Kriegsberichterstatter der Kroatischen Radio Vukovar, wurde 1964 in Zvornik (Bosnien-Herzegowina) geboren. 1997 wurde sie mit dem bedeutendsten kroatischen Literaturpreis "Ksaver Šandor Gjalski" für ihren Antikriegsroman 91,6 MHz - mit der Stimme gegen Kanonen ausgezeichnet. In 1969 zog sie mit ihrer Familie nach Vukovar. Heute lebt und arbeitet sie in Zagreb.

 

Die Autorin widmet ihr Buch "allen Jungs, die dieses Buch nie lesen werden. Allen Jungs, die es in ihren Rollstühlen lesen, oder dafür fremde Augen, Hände und Stimmen brauchen werden. Siniša, nach dem nichts mehr so wie vorher war, und Branko, ohne den alles unmöglich wäre. Igor, für seine Liebe, die Geduld und die Unterstützung. Der kleinen Ana, wegen der ich hoffe, dass all das nicht umsonst war." Es sind alles scheinbar kleine und unbedeutende Menschen gewesen, die durch ihr Tun, obwohl unerkannt, groß geworden sind. Ein wahrlich bemerkenswertes Buch.

Der Roman bekam 1997 den bedeutendsten kroatischen Literaturpreis "Ksaver Šandor Gjalski" als der beste Roman des Jahres.

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  Igor Petrić:
TG - 5: Taktische Gruppe 5

235 Seiten
Titel der kroatischen Ausgabe:
TG - 5: Taktička grupa 5
Verlag: Trgorast, Zagreb, 1997
ISBN 953-6495-11-2

Dieser Roman, so sehr er auch als Antikriegsroman bezeichnet werden kann, stellt keine bloße Verurteilung eines Krieges dar, da er in dem Fall banal wirken würde. Der Autor schrieb nämlich eine realistische Geschichte darüber, "wie es dort tatsächlich war", und beschrieb detailliert die Rohheit und herzenslose Grobheit, Beherrschung und Wutausbrüche, wobei durch den gesamten Roman trotzdem zarte Sehnsüchte nach Geborgenheit, ruhigem Schlaf und Liebe deutlich zum Ausdruck kommen.

Der Inhalt des Romans befasst sich mit einer dreitägigen Aktion der Taktischen Gruppe 5, die den Auftrag erhielt, über die Berge von Velebit zum serbischen Hauptstützpunkt für die Treibstoffversorgung vorzustoßen und diesen Stützpunkt zu zerstören. Der Stützpunkt mit einer Tankstelle und einem Zusatztank von 50.000 Liter ist jedoch lediglich eine Tarnung für Machenschaften ganz anderer Art: Er deckt den schmutzigen Handel (Kriegsprofiteure) und ist zugleich Sitz des Oberkommandos der serbischen Streitkräfte. Die Taktische Gruppe 5, sollte sie ihr Sabotageunternehmen überlebt haben, wird in 72 Stunden an einer vorher vereinbarten Stelle auf dem Velebit von einem Hubschrauber der kroatischen Streitkräfte abgeholt. Wenn sie zum vereinbarten Treffen nicht erscheinen sollte, würde es bedeuten, dass sie tot sind.

Das gefährliche Sabotageunternehmen nutzte der Schriftsteller Igor Petrić, um uns mit ausgesprochen unterschiedlichen Charakteren der beteiligten Soldaten vertraut zu machen, die sich durch eine Verstrickung verschiedener Umstände auf der gleichen Namensliste gefunden haben und somit Mitglieder der TG-5 wurden.

Der Roman ist formal aus der Position eines neutralen Beobachters geschrieben, der die Ereignisse und Figuren in Situationen bringt, die diese nicht erwartet hatten: sie sind grundsätzlich humane, gute Menschen, doch sie brechen die Regeln der Genfer Konvention, töten Kriegsgefangene, brechen die ungeschriebenen Gesetze der männlichen Freundschaft, hänseln ihren Freund Srećko ('Keko'), der sich mit Worten kaum verteidigen kann, mustern sich lautlos in einer ausweglosen Situation und sehen in ihren Mitstreitern die künftigen Gefallenen.

Außer dass TG-5 in der strengen Gattungsbestimmung ein Aktionsroman ist, macht ihn das Verhältnis zwischen dem Verbrechen und der Bestrafung zunehmend kompliziert. Das um so mehr, als der Autor an keiner einzigen Stelle auf Gerechtigkeit und Genugtuung besteht, und es letzten Endes nicht von wesentlicher Bedeutung ist, ob am Ende das Gute siegt oder ob es erst eines fernen Tages, und möglicherweise nicht mal dann, tun würde.

Feindliche Soldaten wurden weder als negative Gestalten noch als "kollektive Gestalt" dargestellt, sondern als eine formlose Masse ohne Eigenschaften. Die schnelle militärische Aktion schließt nämlich ein Kennenlernen der Feinheiten feindlicher Seelen aus. Der Abstand vom Nuancieren, das ausschließlich in Konfrontation der Meinungen, Ideen und Weltanschauungen zum Ausdruck kommen könnte, ist eine saubere literarische und menschliche Lösung, die Igor Petrić hier gefunden hat.

Ein As wird immer zuletzt ausgespielt. Das As, die stärkste Karte dieses Romans ist auf jeden Fall der Berg Velebit. Dem Velebit mag es egal sein, in wessen Händen er sich befindet, doch das bedeutet keineswegs, dass er seelenlos ist. Indem er den Berg personifiziert und ihm menschliche Eigenschaften zugesteht, ermöglicht Petrić seinen Romanhelden, dass sie sich ohne es zu wollen, intim, in ihren Gedanken und durch ihre Taten mit dem Haupthelden - dem Velebit auseinandersetzen.

Da in diesem Krieg, egal wie man ihn nennt, so sehr die ersten und alle anderen Schritte schmutzig waren, auf beiden Seiten Männer fielen, die mit Westerns und Comics, mit Coca-Cola und Rock'n'Roll aufgewachsen waren, liegt es auf der Hand, dass ein guter Schriftsteller die allgemeinen Generationsmerkmale zu nutzen wissen wird, dass er nicht nach abgegriffener, blumiger Ideologie greifen, und seine Helden mit den Helden der Filmkunst vergleichen wird. Demnach ist dieser Roman eigentlich ein Film, wenn es dem Leser gelingen könnte, ihn zumindest in dem Maße filmisch zu lesen, wie ihn Igor Petrić filmisch dachte. Im Roman TG-5 beschrieb er nicht nur eine lineare und parallele Handlung, Dialoge und Beschreibungen, sondern die Vergangenheit, Kindheit und Jugendzeit von Generationen derer, deren seelische Verfassung nicht ausschließlich dafür vorbestimmt war, ums Leben zu kommen oder zu überleben, denn all das war, wie in einem Film, eine Glückssache, ein Werk guter oder schlechter Regisseure.

 

(kein Portraitfoto vorhanden)

Igor Petrić wurde am 14. Oktober 1960 in Split/Kroatien geboren. Vom Beruf ist er Leutnant der Handelsflotte. Er nahm als Mitglied der 141. Brigade der kroatischen Streitkräfte im Frontabschnitt bei Zadar am Vaterländischen Krieg teil.

Petrić schreibt  Prosa, Poesie und Theaterstücke. Er nahm an mehreren Dichtersymposien teil. Zwei seiner Kriegsnovellen wurden in Zeitschrift Hrvatski obzor veröffentlicht. TG - 5: Taktische Gruppe 5 ist sein erster Roman.


Petrić lebt und arbeitet in Split.

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  Ivo Brešan:
Die Nisse
Slapstickkomödie in 9 Szenen

(kein Titelbild vorhanden)

86 Seiten
Titel des kroatischen Manuskripts: Gnjida

Politische Wenden ändern zwar so manches an den Machtverhältnissen, doch sie bringen es nicht fertig, die Menschen selbst zu verändern. Die Demokratisierung scheint unaufhaltsam voranzuschreiten, und die Zeiten der verhassten Spitzel der Geheimpolizei scheinen ein für allemal vorbei zu sein. Doch ist dem wirklich so?

In einem kleinen Ort in Dalmatien stehen neue Kommunalwahlen unmittelbar bevor - die richtige Zeit, die Wähler zu mobilisieren und richtige Koalitionen einzugehen, die einen Wahlsieg sichern helfen. Die richtige Zeit auch für Spitzel, sich erneut nützlich zu machen, wie immer zunächst zum eigenen Nutzen. Dass man dabei die Seiten wechselt und gegeneinander ausspielt, Belohnungen aushandelt und seine Treue nach eigenem Ermessen auslegt, hat bei einem Spitzel noch nie Gewissensbisse verursacht. Die politischen Kontrahenten vergessen immer mehr ihre Würde und machen sich in vielen Verwechslungen lächerlich. Im ganzen Durcheinander scheint lediglich ein junges, leicht geistig behindertes Paar, einzig vernünftig und uneigennützig zu handeln.

Eine Komödie, die in jedes Land neuer Demokratien passt, die ihre Abhängigkeiten von unterschiedlichen Seilschaften noch nicht überwunden haben, oder in denen sich die alten Parteien, nicht zuletzt Dank ihrer Wendehälse und dem Wecken alter Sehnsüchte, wieder stärker in Szene setzen.

 

Ivo Brešan wurde am 27. Mai 1936 in Vodice bei Šibenik geboren.

Mehr zum Autor siehe oben.

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